Es ist nun ein wenig Zeit und noch mehr Interessantes seit meinem letzten Blogentry vergangen - oder besser - den Ganges herabgeflossen, u.a. gab es da einen emotionalen Abschied von der BIS und Father Abraham, eine zweitaegige Zugfahrt und 2 Tage in Mumbai (Bombay), die bereits jetzt tiefe Eindruecke und Spuren hinterlassen haben.
Die Zugfahrt ging verhaeltnismaessig angenehm vorüber. Ein paar nette Leute durfte ich kennenlernen, stundenlang aus dem Fenster schauen und schlafen.
Die Ankunft in Mumbai war dann etwas bedrueckender und duesterer, da ich morgens um vier Uhr in Thane, einem Vorstadtbahnhof, zwei Stunden auf Father Jacob warten musste,….duestere Gestalten, ueberall Muell, ein kleiner Junge laeuft ueber die Gleise, sammelt Muell auf und streitet mit Ratten um leere Plastikflaschen.
Mein Zuhause ist im Gemeindehaus der St. Georges Church in Ghatkopar, Vorstadt. Um uns herum dritte Welt pur! Stehende Gewaesser verursachen Gestank, den die tausend Rickshaws und LKW noch verstaerken. Kinder, alte Maenner und Frauen wuehlen in den Muellbergen, streunende Hunde und alle anderen nur denkbaren Tiere keuchen und fleuchen durch die kaputten, menschenübersähten Strassen. Jede Ueberquerung einer solchen dauert Minuten und es kommt nicht selten vor, dass man mitten im Verkehr steht und einfach nur betet, dass man heil daraus kommt!
Downtown Mumbai, das Kolonialerbe der Briten, hingegen ist ein sehr schoener, wenn auch unwirklicher Ort. Gepflastert mit prachtvollen Gebaeuden aus der Zeit der East India Company, rickshawfreier Verkehr, nette Menschen, viel zu sehen, viel zu erleben, aber alles auf einer auffallend europaeischen Basis! Nach den Wochen in Keralas Hinterland gibt mir Mumbai Downtown doch ein recht unerwartet europäisches Gefühl.
Gestern und heute habe ich bereits recht viel zu Fuss erkundet und war zudem heute auf der Elephanta, einer Insel vor Mumbai, auf der Hindus Tempel in mehrere Hoelen gebaut haben. Sehr schoener, entspannter Ort mit vielen Affen und Touristen! (was hier auch gern als wunderschoene Tautologie angesehen werden kann)
Im weiteren Verlauf des Tages war ich beim Gateway of India und beim Taj Palace, den Kolonialdenkmaelern schlechthin in diesem Moloch! Heute Abend steht noch ein Hindifilm in einem geilen Kino an und morgen und uebermorgen werde ich mir die Jami Masjid (Moschee) und die Bazaars ansehen, zu den Malabarhuegeln fahren und mich an den Chawpatty Beach legen!
Am Abend des 11/03 gehts dann wieder fuer 24 Stunden in den Zug und auf den Weg nach Jaipur in Rajasthan, im Nordwesten des Landes. Dann habe ich bereits die groesste Distanz (etwa 4000 km) hinter mich gebracht!
Liebe Gruesse an alle!
Fotos folgen, das Internetcafe hier ist zu schaebig, langsam und teuer!